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Tarifvertrag nordwestdeutschen textilindustrie

Tarifverhandlungen sind eine Angelegenheit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Der Staat mischt sich nicht in Tarifverhandlungen ein. Die Tarifverhandlungen unterliegen dem Tarifvertragsgesetz. Nach Angaben des italienischen Verbandes der kleinen und mittleren Unternehmen im Textilbereich Bekleidung, Schuhe und andere Sektoren (Unione nazionale piccola e media industria tessile, abbigliamento, calzature ecc, Uniontessile), die betroffenen Industrien umfassen fast 800.000 Arbeitnehmer: Allein die Textil- und Bekleidungsindustrie beschäftigt etwa 580.000 Beschäftigte und fast 73.000 Unternehmen, während die Gerbereiindustrie aus fast 23.000 Unternehmen und über 197.000 Beschäftigten besteht. Die langjährigen Befürworter eines gesetzlichen Mindestlohns sind in den Reihen der Gewerkschaft Nahrung Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu finden. Diese Gewerkschaft setzt sich seit Ende der 90er Jahre für einen nationalen Mindestlohn ein (DE9911221N). Neben der nGG , der zweitgrößten deutschen Gewerkschaft, setzt sich ver.di auch aktiv für einen bundesweiten gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro ein. Mit der Vereinbarung werden auch urlaubsfrei und gezahlt für Arbeitnehmer, die in den Vorruhestand gehen, um Teilzeit zu arbeiten, erhöht. Der Vertrag gilt bis zum 31. Januar 2019. Die Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die 30.000 Beschäftigten in den östlichen Bundesländern beginnen.

Im März 2008 unterzeichnete die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit Vertretern der Bundesregierung und der kommunalen Arbeitgeber (DE0804029I) ein neues Paket von Lohn- und Arbeitszeitvereinbarungen für den öffentlichen Dienst. Die Vereinbarungen, die sich auf den Zeitraum 2008-2009 erstrecken, sehen eine durchschnittliche Lohnerhöhung von etwa 5 % für alle Bundes- und Kommunalbeschäftigten im öffentlichen Dienst vor. Als Gegenleistung für die Lohnerhöhung mussten die Gewerkschaften eine Erhöhung der normalen Wochenarbeitszeit in Westdeutschland hinnehmen. Auf Arbeitgeberseite sieht das Tarifvertragsgesetz vor, dass Tarifverträge entweder von Arbeitgeberverbänden oder von einzelnen Arbeitgebern geschlossen werden können. In der Praxis hat Deutschland jedoch in den 1950er Jahren ein umfassendes System von Tarifverhandlungen auf Verbandsebene entwickelt.