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Tarifvertrag chemische industrie sachsen

Die neue Vereinbarung, die 550.000 Beschäftigte in 1900 Unternehmen in der gesamten Branche abdeckt, bringt eine Erhöhung der Löhne um 2,8 Prozent für einen Zeitraum von 17 Monaten und eine fast Verdoppelung der Arbeitgeberbeiträge zum „Demographischen Fonds“ des Sektors über 24 Monate. Viele Lohnvereinbarungen enthalten Öffnungsklauseln, die es Betriebsräten, oft mit Zustimmung der Gewerkschaften, ermöglichen, den besonderen Umständen ihres Unternehmens Rechnung zu tragen. So ermöglichte der Vergleich der Metallindustrie 2018 mit 3,5 Millionen Beschäftigten die Verzögerung, Reduzierung oder vollständige Beseitigung der 2019 fälligen Barzahlung in einzelnen Unternehmen, die mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Und der Vergleich für die chemische Industrie im Jahr 2018 ermöglichte es den Unternehmen, eine Pauschalzahlung in Höhe von 280 EUR wegzulassen, wenn sie nachweisen konnten, dass sie mit besonderen wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert waren. Infolgedessen gibt es geringfügige Unterschiede zwischen den Regionen. Die Hauptelemente der Abkommen, insbesondere die Höhe der Lohnerhöhung, werden jedoch in der Regel in allen Regionen gleich sein. Die größte Ausnahme bildet die ehemalige DDR, wo die ausgehandelten Löhne und/oder Bedingungen in einigen Branchen immer noch schlechter sind als in der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland, obwohl sich die Lücke im Laufe der Zeit geschlossen hat. Die Lohnspezialisten des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialinstituts (WSI), das die Entwicklungen regelmäßig beobachtet, schätzen, dass Ende 2017 das durchschnittliche Niveau der ausgehandelten Tarife im Osten 97,5 % der im Westen lag. Obwohl es einige Branchen gab, wie das Bankwesen oder den Druck, in denen es keinen Unterschied gab, gab es andere, in denen der Unterschied immer noch beträchtlich war. Ein Beispiel hierfür sind die Vereinbarungen für Hotels und Gaststätten, bei denen der Hauptsatz in der Vereinbarung für Sachsen (Ost) nur 77,7 % des entsprechenden Satzes in der Vereinbarung für Bayern (West) betrug.

[3] Der traditionelle Mechanismus zur allgemeinen Verbindlichkeit bestehender Tarifverträge unterliegt einer Reihe von Bedingungen. Dazu gehört, dass die zu verlängernde Vereinbarung mindestens 50 % der Beschäftigten in der Branche umfassen sollte und dass sowohl die Arbeitgeber als auch die Gewerkschaft ihre Verlängerung über die direkt abgedeckten hinaus fordern sollten. Da die Verhandlungsabdeckung sinkt (siehe unten), ist dieser Mechanismus weniger verbreitet. Im Sommer 2019 gab die Website des Arbeitsministeriums (BMAS) an, dass zu diesem Zeitpunkt nur 443 (0,6%) von den rund 73.000 registrierten Tarifverträgen, die ein breites Spektrum anderer Fragen als der Entlohnung abdecken, waren derzeit allgemein verbindlich[5] und dass die Liste der allgemein verbindlichen Vereinbarungen überarbeitet wurde.